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Nitobe-Zentrum für sprachliche Demokratie in der EU

Forschung

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Einführung

Sprachliche Demokratie wird meist innerhalb der Soziolinguistik oder Interlinguistik behandelt. (In der Soziolinguistik geht es um Sprache in ihrem sozialen Kontext; Interlinguistik beschäftigt sich mit der Erforschung von Plansprachen.) Andere Teilgebiete der Linguistik, wie beispielsweise die angewandte Sprachwissenschaft, Psycholinguistik, das Studium der englischen Sprache, interkulturelle Kommunikation und die Erforschung von Minderheitensprachen sind ebenfalls relevant für sprachliche Demokratie, wie auch andere Disziplinen, zum Beispiel Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und Recht.

Nach Pool & Fettes (1998) gibt es fünf Methoden, um Sprachbarrieren in einer mehrsprachigen Welt zu überwinden:

  • Weltweites Englisch: Englisch könnte "eines jeden Muttersprache" unter Beibehaltung der regionalen Sprache werden. Oder es könnte zu Einsprachigkeit und weiterem Sprachensterben (oder einer Mischung dieser beiden Alternativen) führen.
  • Esperantismus: Eine Plansprache (nicht unbedingt Esperanto) könnte als "allgemeine Zweitsprache" benutzt werden, die keiner spezifischen ethnischen Gruppe gehört. Wenn die Plansprache ihren nichtethnischen Charakter beibehält, könnte daraus eine weltweite Zweitsprachigkeit entstehen.
  • Sprachmittler: Unter Einsatz professioneller Dolmetscher und Übersetzer könnten Sprachbarrieren unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Gleichberechtigung überwunden werden.
  • Mehrsprachigkeit: Eine Welt, in der es für jeden normal ist, einige Fremdsprachen zu sprechen. Um dies zu realisieren sind umfangreiche Investitionen in Lehrmaterial zum Sprachunterricht ebenso notwendig wie große Fortschritte in der Sprachpädagogik.
  • Technizismus: Der für jedermann zugängliche Einsatz von Computern zur automatischen Übersetzung und zum Simultandolmetschen. Wir haben nur den Beginn dieser Entwicklung gesehen. Neue Arten von Kommunikation könnten entstehen, in allen oder in vielen Sprachen, in nur einer Sprache oder als wortlose Kommunikation.

(Quellen: The geostrategies of interlingualism, The Challenge of Interlingualism)

Ein Wissenschaftler, der sich mit sprachlicher Demokratie beschäftigt, könnte erforschen, wie sich in der heutigen Welt diese fünf Szenarien entwickeln und verbinden.

In diesem Abschnitt präsentieren wir einige Instrumente, die sich auf folgende Gebiete beziehen (der Schwerpunkt liegt dabei auf der Europäischen Union):

  • Minderheitensprachen in Europa
  • Mehrsprachigkeit
  • Europäische Identität
  • Englisch als internationale Sprache
  • Interkulturelle Kommunikation

Zusätzlich präsentieren wir Fragestellungen zum Forschungsgebiet "Sprachliche Demokratie", Forschungsinstanzen und herausragende Wissenschaftler, die auf diesen Gebieten aktiv sind, wichtige Berichte und einige Bibliografien.

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