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Nitobe-Zentrum für sprachliche Demokratie in der EU

Sprachfragen

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Sprachen in der EU - Einführung

Viele Sprachen in der EU sind verwandt, d.h. sie haben sich aus einer gemeinsamen Ursprache entwickelt. Verwandte Sprachen ähneln sich zum Beispiel im Hinblick auf den Wortschatz oder die Deklinantionsregeln. Man sagt für gewöhnlich, dass diese Sprachen zu einer Sprachfamilie gehören. Man lernt recht einfach eine zweite Sprache, wenn man bereits eine derselben Sprachfamilie kennt. Zum Beispiel lernt ein Däne gewöhnlich leichter Englisch als ein Spanier.

Mehr als 90% der EU-Bewohner sprechen eine Sprache, die zu einer dieser Gruppen der indoeuropäischen Sprachfamilie gehört:

  • Germanischer Zweig (z.B. Deutsch, Englisch, Schwedisch und Holländisch)
  • Romanischer Zweig (z.B. Italienisch, Spanisch und Französisch)
  • Slawischer Zweig (z.B. Polnisch, Slowakisch und Tschechisch)

Auch Griechisch, Albanisch, der baltische und der keltische Zweig gehören zur indoeuropäischen Sprachfamilie.

Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie in der EU dar; zu ihr gehören unter anderem die finno-ugrischen Sprachen (z.B. Finnisch, Ungarisch und Estnisch)

Auch viele Sprachen von Minderheiten, regionale Sprachen und sogenannte Immigrantensprachen verschiedener Sprachfamilien werden in der EU verwendet. Die Zeichensprache wird von Taubstummen und ihren Partnern verwendet und ist in einer gewissen Hinsicht eine Minderheitensprache, die besondere Anforderungen an Rechte im Sprachgebrauch und Übersetzungen stellt.

In den letzten Jahrzenten haben einige Plansprachen eine erwähnenswerte Sprecherzahl gefunden. Anders als künstliche Teilsprachen der Computerwelt (C++, Perl, Java usw.), sind internationale Plansprachen, wie Esperanto, vollständige menschliche Sprache, die historisch oft mit Ländern der EU verbunden sind.

Die ehemals einheitliche Sprache der EU, das Latein, hat noch eine religiöse und kulturelle Bedeutung in der EU. Als Kirchensprache der römisch-katholischen Kirchen und Amtssprache des Vatikans bleibt das Latein ein wissenschaftlicher Referenzpunkt, vor allem in Sachen Terminologie.

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