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Nitobe-Zentrum für sprachliche Demokratie in der EU

Sprachfragen

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Sprachen in der EU - Sprachenvielfalt

Es gibt zwei Wege um Sprachenvielfalt zu definieren:

  1. Die am häufigsten verwendete Defition zählt einfach die die Sprachen: Je mehr Sprachen, desto höher ist die Sprachenvielfalt.
  2. Eine andere Definition orientiert sich am Anteil der Bewohner eines Landes, die eine bestimmte Sprache sprechen. Das Land, in dem die größte Zahl von Sprechern einer Sprache den kleinsten Anteil an der Gesamtbevölkerung darstellt, hat die größte Sprachenvielfalt, weil alle anderen Sprachen eine noch geringere Zahl von Sprechern haben.

Beide Wege um sprachliche Vielfalt zu messen, sowohl die absolute Anzahl der Sprachen, als auch der Bevölkerungsanteil der Sprecher der größten Sprachen, sind für bestimmte Ziele vernünftig.

Quelle: WHY SHOULD LINGUISTIC DIVERSITY BY SUPPORTED IN EUROPE? SOME ARGUMENTS (T Skutnabb-Kangas)

Die EU zur Sprachenvielfalt

Auf europäischer Ebene lautet das Ziel der Union Integration – trotzdem fördert sie die sprachliche und kulturelle Vielfalt ihrer Völker. Sie tut dies, indem sie das Lehren und Lernen der Sprachen dieser Völker fördert, und gleichzeitig den Weg für mehr Solidarität und gegenseitiges Verstehen ebnet.

Die Politik der Sprachenvielfalt der Europäischen Union soll ein sprachenfreundliches Umfeld für alle Sprachen schaffen, in dem unterschiedlichste Sprachen gelehrt und gelernt werden. Die Europäische Union hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass möglichst viele ihrer Bürger/innen zusätzlich zur Muttersprache noch zwei Fremdsprachen beherrschen sollen.

Englisch ist inzwischen zwar unbestritten die am weitesten verbreitete Sprache in Europa, trotzdem möchte die Europäische Union verhindern, dass sich – innerhalb ihrer geografischen Grenzen – diese Entwicklung negativ auf die Sprachenvielfalt auswirkt. Daher lautet das politische Ziel der Kommission für ihre Sprachenpolitik "Muttersprache + 2". Laut neuesten Umfragen geben rund 26% der EU-Bürger/innen an, ihre Muttersprache und zwei weitere Sprachen zu beherrschen. Die EU hat nun die Aufgabe, diesen Prozentsatz auf eine solide Basis zu stellen und diese so rasch wie möglich auszubauen.

Quelle: Sprachen und Europa

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