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Nitobe-Zentrum für sprachliche Demokratie in der EU

Sprachfragen

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Häufige Fragen - Was bedeutet Sprachplanung?

Sprachplanung ist das bewusste Streben eine Sprache oder ihre Funktionen in einer Gesellschaft zu verändern. Es gibt drei Arten von Sprachplanung:

Korpusplanung: Änderungen in der Struktur einer Sprache. Bei ethnischen Sprachen kann zum Beispiel ein Sprachinstitut neue Ausdrücke und neue Wörter einführen (oder Wörter, die vor kurzem neu in die Sprache gekommen sind, sanktionieren). Die Erstellung von Grammatiken, Wörterbüchern und einer Rechtschreibung sowie die Durchführung von Rechtschreibreformen ist Teil der Sprachnormierung: der Aufstellung sprachlicher Normen oder der Änderung bestehender Normen. Auch Sprachpurismus gehört zur Korpusplanung.

Was die Korpusplanung anbelangt, liegen keine Welten zwischen ethnischen Sprachen und auf ethnischer Basis konstruierten Plansprachen, nur ein quantitativer Unterschied. Die ethnischen Schriftsprachen wurden durch Korpusplanung normiert. Ethnische Sprachen ändern sich sowohl durch spontane Entwicklung als auch durch Korpusplanung. Wenn eine Plansprache geschaffen wird, beginnt die Korpusplanung mehr oder weniger bei Null und geht bis zu einem Sprachsystem. Aber wenn eine Plansprache einmal eine stabile Struktur erreicht hat und einige Zeit benutzt worden ist, finden Änderungen fast wie in einer ethnischen Sprache statt, d. h. sowohl spontan als auch geplant. Esperanto ist so eine Sprache.

Statusplanung: politische Maßnahmen zur Änderung des Status einer Sprache in einer bestimmten Gemeinschaft. Eine bestimmte Sprache oder einen Dialekt zu einer Amts- oder Nationalsprache zu machen, ist Statusplanung, ebenso wie einer bestimmten Sprache einen offiziellen Minderheitenstatus zuzuerkennen. Schriftsysteme sind oft das Ergebnis von Statusplanung, denn ein Schriftsystem gründet sich oft auf einen amtlich ausgewählten Dialekt.

Lernplanung: Beeinflussung des Lehrens und Lernens von Sprachen und der Zahl der Sprachlerner. Die Entscheidung, welche Sprachen in einem bestimmten Schulsystem unterrichtet werden, gehört zur Lernplanung, ebenso die Zuweisung von Mitteln für die Ausbildung von Sprachlehrern für bestimmte Sprachen. Diese Entscheidungen werden oft von nationalen, regionalen oder örtlichen Behörden getroffen. Nationale Spracheinrichtungen wie das British Council oder das Goethe-Institut sind ebenfalls bei der Lernplanung aktiv, indem sie das zahlenmäßige Wachstum der ausländischen Lernen ihrer Sprachen anstreben. Auch private Organisationen wie der Esperanto-Weltbund engagieren sich in der Lernplanung.

Sprachplanung kann also von Autoritäten, ethnischen und religiösen Gruppen, Berufsgruppen, privaten Organisationen und Individuen betrieben werden.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass sprachliche Demokratie von zwei Dingen abhängt: a) von der Sprachplanung, insbesondere Statusplanung und Lernplanung, und b) davon, dass Sprachplanung zur Förderung sprachlicher Demokratie eingesetzt wird.

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